99 Jahre Hörspiel in der Schweiz

Foto: Unternehmensarchiv SRF, Radiostudio Zürich

In diesem Blog möchte ich wichtige Produktionen aus der nun hundertjährigen Hörspielgeschichte vorstellen und übergreifende Zusammenhänge klären.

Wer sich weiter in das Thema vertiefen möchte, findet auf meiner Homepage Quellenangaben, detaillierte Informationen, Links und Verzeichnisse, die weiterhelfen. Hier der Pfad dorthin:

Das Deutschschweizer Hörspiel 1925 – 1990

zurück zum Inhaltsverzeichnis

Schlagwort: Blende

  • Zusammenschau

    Die synoptische Darstellung der historischen und typologischen Analyse des Deutschschweizer Hörspiels führt zum Versuch einer Bestimmung des Formats aus heutiger Sicht. Ich schlage vor, das «Hörspiel» als ein elektro­akustisches Werk zu definieren, das seinen Zweck in sich selbst hat und mit spürbarem Formwillen in frei variierbarem Zusammenspiel von Sprache, Raumklang, Geräusch und Musik ein Thema…

  • Unheimliche Geschichten

    „Unheimliche und unerklärliche Geschichten“ sind im schweizerischen Hörspielprogramm vor allem in Form von Serien vertreten. 1953-64 liefen mit diesem Untertitel die 14 Folgen der legendären, heute veralteten Serie „Verzell du das em Fährima“ unter der Regie von Hans Hausmann. An deren Erfolg knüpfte 1977-79 die Reihe „Die tausendundzweite Nacht“ von Annemarie und Hans Peter Treichler…

  • Kriminelles und Moralisches im Hörspiel

    Als Vorbild und Massstab für Schweizer Kriminalhörspiele können die Studer-Romane von Friedrich Glauser (1896-1938) gelten. Legendär sind die unterhaltenden Wäckerli-Serien, die ab 1949 entstanden. Walter Matthias Diggelmanns literarisches Kriminalhörspiel „Sie kennen unsere Methoden nicht“ (1971) wird ausführlich ananlysiert. Ebenso Urs Widmers experimentelles Meta-Kriminalhörspiel „Wer nicht sehen will, muss hören“ (1970), das vom Neuen Hörspiel in…

  • Vom epischen Hörspiel zum Hörbuch

    Das erste «epische Hörspiel» wurde 1511 in frühneuhochdeutscher Sprache geschrieben und am 3.1.1925 vor dem Mikrophon des ersten Zürcher Radiostudios aufgeführt: das «Urner Spiel vom Wilhelm Tell». Als Beispiel für das objektiv epische Hörspiel wird „Die Geschichte des Matthias“ (1966) von Werner Schmidli (1939-2005) vorgestellt. Die Reinform eines epischen Hörspiels könnte man sich als eine…

  • Montage – Demontage

    Die Aneinanderfügung von disparaten Textteilen aus verschiedenen Quellen sowie die Orientierung auf eine zentrale Idee hin sind Hauptmerkmale des Montage-Hörspiels. Peter Bichsels (*1935) Hörspiel „Inhaltsangabe der Langeweile“ (1972) wird hier als seltene, reine Ausprägung dieser Gattung ausführlich besprochen. Als hybride Beispiele, die eine Synthese mit konventioneller Dramaturgie eingehen, werden „Das Luftmeeting zu Brescia“ (1986) von…

  • Musik im Hörspiel – Hörspiel als Musik

    Hörspiele mit Musik gab es von Anfang an, z.B. «Ein Abend im Hause Wesendonck» (1927) von Richard Schweizer. In den vierziger Jahren entstanden in Lausanne mehrere aufwendig Oratorien von William Aguet und Arthur Honegger, z.B. «Battements du Monde» (1944). Eine aussergewöhnlichen Produktion war «Ein Zimmer für Carl Philipp Emanuel Bach. Hörspiel für zwei Pianisten» (1986)…

  • Protokolle der subjektiven Realität

    Thema dieses Artikel ist das „Hörspiel der subjektiven Epik“. Als Beispiele werden die Hörspiele „Der Radfahrer“ (1985) von Franz Böni und „Ihre Stelle ist gesichert“ (2024) von Jens Nielsen beschrieben. Bönis Hörspiel beschreibt im ersten Teil eine Tour des Telegrammboten Anton Eiler, im zweiten eine Schicht derselben Person als Nachtwächter in einem Zürcher Industriegebiet. Eiler…

  • Dialekt und Komödie

    Das Schweizer Hörspiel entstand aus Sendespiel-Adaptionen von einaktigen Mundart-Satiren und -Grotesken für das Laientheater. Hörspiel-Komödien wurden in der Folge mit Vorliebe in Dialektform produziert. In den vierziger Jahren entstand die Tradition von Bunten Programmen mit humoristischen Einlagen, die sich allmählich zu heiteren Familienserien mit übergreifendem Handlungskonzept entwickelten. „Der Salpetersieder u sy widerspenstigi Frou“ (1966) von…

  • Monolog auf der «inneren Bühne»

    Ein integrales Hörspiel des inneren Monologs steht am Anfang der Hörspielgeschichte: „Agonie“ von Paul Camille (1924). Richard Schweizers „Napoleon auf St. Helena“ (1929) ist ein innerer Monolog, der durch Stimmen von Naturelementen unterbrochen wird. Ernst Bringolf, ein erfahrener Hörspielmacher, der viele Jahre in Berlin beim Radio gearbeitet hatte, inszenierte seinen Erstling „Ein Mensch allein“ 1937…

  • Hörspielmacher Arthur Welti

    Arthur Welti (1901-61) war ein Hörspielmacher der frühen Jahre von Radiostudio Zürich. Er war Autor und Regisseur in Personalunion und entwickelte aus „bunten Monatssendungen“ das neue Format der Familien-Serie (family serial), das 1950 mit Schaggi Streulis „Polizischt Wäckerli“ einen Höhepunkt erreichte. Sein Hörspiel „Napoleon von Oberstrass“ (1938) ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Deutschschweizer…