99 Jahre Hörspiel in der Schweiz

Foto: Unternehmensarchiv SRF, Radiostudio Zürich

In diesem Blog möchte ich wichtige Produktionen aus der nun hundertjährigen Hörspielgeschichte vorstellen und übergreifende Zusammenhänge klären.

Wer sich weiter in das Thema vertiefen möchte, findet auf meiner Homepage Quellenangaben, detaillierte Informationen, Links und Verzeichnisse, die weiterhelfen. Hier der Pfad dorthin:

Das Deutschschweizer Hörspiel 1925 – 1990

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Schlagwort: Dialekt-Hörspiel

  • Höhere Komik …

    Es gibt nur wenige Hörspiele von sublimer Komik, die literarischen Vorbildern, etwa von Lessing, Kleist und Zuckmayer, entsprechen und sich deutlich von schwankhaften Lachkomödien unterscheiden. Als Beispiel wird «D’Helena vo Lampers» (1983) von Beat Ram­seyer analysiert.

  • «Der Fünflampenapparat» (Text)

    Artikel zu Paul Altheers Radio-Lustspiel «Der Fünflampenapparat» Artikel zu Paul Altheers Radio-Lustspiel «Der Fünflampenapparat»

  • Unheimliche Geschichten

    „Unheimliche und unerklärliche Geschichten“ sind im schweizerischen Hörspielprogramm vor allem in Form von Serien vertreten. 1953-64 liefen mit diesem Untertitel die 14 Folgen der legendären, heute veralteten Serie „Verzell du das em Fährima“ unter der Regie von Hans Hausmann. An deren Erfolg knüpfte 1977-79 die Reihe „Die tausendundzweite Nacht“ von Annemarie und Hans Peter Treichler…

  • Kriminelles und Moralisches im Hörspiel

    Als Vorbild und Massstab für Schweizer Kriminalhörspiele können die Studer-Romane von Friedrich Glauser (1896-1938) gelten. Legendär sind die unterhaltenden Wäckerli-Serien, die ab 1949 entstanden. Walter Matthias Diggelmanns literarisches Kriminalhörspiel „Sie kennen unsere Methoden nicht“ (1971) wird ausführlich ananlysiert. Ebenso Urs Widmers experimentelles Meta-Kriminalhörspiel „Wer nicht sehen will, muss hören“ (1970), das vom Neuen Hörspiel in…

  • Vom epischen Hörspiel zum Hörbuch

    Das erste «epische Hörspiel» wurde 1511 in frühneuhochdeutscher Sprache geschrieben und am 3.1.1925 vor dem Mikrophon des ersten Zürcher Radiostudios aufgeführt: das «Urner Spiel vom Wilhelm Tell». Als Beispiel für das objektiv epische Hörspiel wird „Die Geschichte des Matthias“ (1966) von Werner Schmidli (1939-2005) vorgestellt. Die Reinform eines epischen Hörspiels könnte man sich als eine…

  • Abteilung «Dramatik (und Feature)»

    Drei Perioden der Deutschschweizer Hörspielgeschichte lassen sich bisher zuverlässig unterscheiden: die Frühzeit (1925-45), die Nachkriegsperiode (1945-65) und die „Abteilungsära“ (1965-85). Die anschliessende Produktion bis zur Gegenwart muss erst noch erforscht werden, bevor eine Gliederung möglich ist. Die Zeit der Abteilung „Dramatik“ von Radio DRS (1965-85) kann als die bisher erfolgreichste Periode betrachtet werden. Das Verhältnis…

  • Inszenierung als Interpretation

    1987 wurde Hans Peter Treichlers Kurzhörspiel-Serie „De Bärni Lips gaht uf Tutti“ im Studio Zürich aufgezeichnet. Regisseur war Joseph Scheidegger, der alleinige Darsteller Mathias Gnädinger. Der Artikel basiert auf meinen Beobachtungen während der Proben und Aufnahmen sowie der Diskussion der Zürcher Regisseure beim „Abhören“ der ganzen Serie. Die durchschnittlich vierminütigen Kurzhörspiele wurden als boshafte Karikaturen…

  • Gesucht: das (originale) Hörspiel

    An der Hörspieldebatte von 1927 in der Programmzeitschrift beteiligten sich Radioleute, Schriftsteller, Journalisten und einzelne Hörer. Man beklagte die finanzielle Not des Radios und verschiedene Probleme im Produktionsprozess, kam aber nicht auf die Idee, konkrete Ansätze zu Hörspielen im Zürcher Programms zu analysieren. Einer der Diskutierenden war Arthur Manuel, dessen Tragikomödie „Der Holzwurm“ 1927 gesendet…

  • Dialekt und Komödie

    Das Schweizer Hörspiel entstand aus Sendespiel-Adaptionen von einaktigen Mundart-Satiren und -Grotesken für das Laientheater. Hörspiel-Komödien wurden in der Folge mit Vorliebe in Dialektform produziert. In den vierziger Jahren entstand die Tradition von Bunten Programmen mit humoristischen Einlagen, die sich allmählich zu heiteren Familienserien mit übergreifendem Handlungskonzept entwickelten. „Der Salpetersieder u sy widerspenstigi Frou“ (1966) von…

  • «Kilter- und Kühdreck-Anekdoten»

    1946 bearbeitet Ernst Balzli den Roman „Ueli der Knecht“ von Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf in 10 Folgen für das Radio. Darauf folgten „Ueli der Pächter“ (1947), „Anne Bäbi Jowäger“ (1948/49) und „Die Käserei in der Vehfreude“ (1950/51). 1953 begann eine heftige Debtte über die Angemessenheit solcher Literatur-Adaptionen für das Hörspiel. Der Philologe Walter Muschg…

  • Über den «Röschtigraben»

    Das Hörspiel «Eine Schweizer Hochzeit – un mariage Suisse» von Amélie Plume und Charles Lombard wurde 1997 mit dem Preis der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet. Es kommt zum Schluss, dass die 1914 von Carl Spitteler beschworene nationale Identität trotz sprachlicher Disparität kein politisches Problem mehr ist. Heute beschäftigt uns vielmehr der Verhältnis der Schweiz zur…

  • «Bilderbuechstettli am See»

    1971 bearbeitete Gerold Späth ein ungedrucktes Kapitel seines Roman-Erstlings „Unschlecht“ als Hörspiel, das er 1978 in Mundart übertrug. „Heisse Sunntig“ ist ein idyllisches Panorama von Zeitgenossen von Rapperswil, dem „Bilderbuechstettli“ am Zürichsee. 1986 entstand das Hörspiel „Mein Besuch im Städtchen am See“, eine böse Satire zum selben Thema. Beiden Hörspielen liegt als Urform des Panoramaspiels…

  • Sprache als Musik

    „Bez beinebau“ ist ein Hörspiel von Beat Sterchi und Hermann Bohlen. Musik: Luca Aaron und Jul Dillier. Es konfrontiert Schweizerhochdeutsch und Berndeutsch mit asemantischer Kunstsprache und mit musikalischen Teilen verschiedener Art. Es ist ein heiteres Hörspiel zum Thema „Bedeutung von Sprache“.

  • Hörspielmacher Arthur Welti

    Arthur Welti (1901-61) war ein Hörspielmacher der frühen Jahre von Radiostudio Zürich. Er war Autor und Regisseur in Personalunion und entwickelte aus „bunten Monatssendungen“ das neue Format der Familien-Serie (family serial), das 1950 mit Schaggi Streulis „Polizischt Wäckerli“ einen Höhepunkt erreichte. Sein Hörspiel „Napoleon von Oberstrass“ (1938) ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Deutschschweizer…

  • «Oberstrass, c’est la Suisse!»

    Arthur Weltis Hörspiel „Napoleon von Oberstrass“ (1938) ist eine historische Parabel, die sich auf damals ungewöhnlich differenzierte Art mit dem Thema „Geistige Landesverteidigung“ auseinandersetzt. Die eher fragwürdigen politischen Vorgänge in der kleinen Gemeinde Oberstrass um 1838 stehen symbolisch für die schweizerische Demokratie, deren Funktionieren auf allen Stufen demonstriert wird.

  • «Der Fünflampenapparat»

    Das Hörspiel „Der Fünflampenapparat“ von Paul Altheer (1926) spielt in der Stube einer Radiohörer-Familie. Der Vater ist frustriert über das Programm und zerstört am Schluss den Radio-Apparat.

  • Pionierzeit von Radio Zürich

    Paul Altheer war der erste Sprecher und Sendeleiter von Radio Zürich. Er war bei den Zuhörende populär und sorgte für einen möglichst reibungslosen Sende-Betrieb mit einfachsten Mitteln während der Pionierjahre 1924 – 1926. Danach zog das Zürcher Studio in neue, grössere Räumlichkeiten an der Sihlporte um. 1933 wurde ein eigenes Studiogebäude an der Brunnenhofstrasse gebaut,…