99 Jahre Hörspiel in der Schweiz

Foto: Unternehmensarchiv SRF, Radiostudio Zürich

In diesem Blog möchte ich wichtige Produktionen aus der nun hundertjährigen Hörspielgeschichte vorstellen und übergreifende Zusammenhänge klären.

Wer sich weiter in das Thema vertiefen möchte, findet auf meiner Homepage Quellenangaben, detaillierte Informationen, Links und Verzeichnisse, die weiterhelfen. Hier der Pfad dorthin:

Das Deutschschweizer Hörspiel 1925 – 1990

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Schlagwort: Satire

  • Radio als Medium

    Ein institutionsgeschichtlicher Abriss des Schweizer Radios beschreibt den Hintergrund der Entwicklung des Hörspiels. Epochen: Pionierzeit bis 1931 / Von der Gründung der SRG bis 1945 / Vom Ende des zweiten Weltkriegs bis 1965 / Vom Abschluss der Reorganisation bis 1988 / Das öffentlich-rechtliche Radio in Konkurrenz zu privaten Sendern. Zu jedem dieser Kapitel werden Hörspiele…

  • Philosoph als Protagonist

    Rudolph Jakobs Humms (1895 – 1977) Hörspiel „Rousseau war ausser Hause“ (1975) ist ein Alterswerk. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-78) ist das Thema und die Hauptfigur, aber er ist während des ganzen Spiels nur virtuell im Dialog zwischen seiner Lebensgefährtin Thérèse Levasseur und dem jungen schottischen Kulturreisenden James Boswell präsent. Der Dialog kann als spannende…

  • Höhere Komik …

    Es gibt nur wenige Hörspiele von sublimer Komik, die literarischen Vorbildern, etwa von Lessing, Kleist und Zuckmayer, entsprechen und sich deutlich von schwankhaften Lachkomödien unterscheiden. Als Beispiel wird «D’Helena vo Lampers» (1983) von Beat Ram­seyer analysiert.

  • Unheimliche Geschichten

    „Unheimliche und unerklärliche Geschichten“ sind im schweizerischen Hörspielprogramm vor allem in Form von Serien vertreten. 1953-64 liefen mit diesem Untertitel die 14 Folgen der legendären, heute veralteten Serie „Verzell du das em Fährima“ unter der Regie von Hans Hausmann. An deren Erfolg knüpfte 1977-79 die Reihe „Die tausendundzweite Nacht“ von Annemarie und Hans Peter Treichler…

  • Hörspiel als Sprachspiel

    Sprach-experimentelle Hörspiele greifen oft auf Dada und konkrete Poesie zurück. Entsprechende Werke wurden in der Schweiz ab 1969 produziert: „Redensarten“ (1969) und „Von Mensch zu Mensch“ (1972) von Werner Schmidli, „Badekur“ (1970) von Erica Pedretti und „Nekrolog“ (1977) von Rolf Hörler werden vorgestellt. Weitere sprach-experimentelle Hörspiele waren nach der Jahrtausendwende von der spoken-word-Bewegung inspiriert. Die…

  • Dialekt und Komödie

    Das Schweizer Hörspiel entstand aus Sendespiel-Adaptionen von einaktigen Mundart-Satiren und -Grotesken für das Laientheater. Hörspiel-Komödien wurden in der Folge mit Vorliebe in Dialektform produziert. In den vierziger Jahren entstand die Tradition von Bunten Programmen mit humoristischen Einlagen, die sich allmählich zu heiteren Familienserien mit übergreifendem Handlungskonzept entwickelten. „Der Salpetersieder u sy widerspenstigi Frou“ (1966) von…

  • Burleske made in Switzerland

    1949 erhielt Max Frisch von Radiostudio Zürich den Auftrag, ein Exposé für ein Hörspiel einzureichen. Er bearbeitete darauf ein Kapitel aus seinem „Tagebuch 1946-49“, arbeitete den Entwurf aber nicht weiter aus. 1951/52 bereiste Frisch die USA und lieferte dem Schweizer Radio 14 exposé-artige Beiträge mit Tonaufnahmen. 1952 erhielt er vom Bayerischen Rundfunk ein Auftragsangebot für…

  • Popkultur goes Hörspiel

    Michael Stauffers „Radio till you drop“ (2006) ist ein medienkritisches Pophörspiel mit konventionellem Plot, das strukturell auf dem Prinzip des Sampling basiert. Es wird in Günter Rinkes Studie „Das Pophörspiel“ (2018) im Kapitel „Medienkritische Hörspiele“ ausführlich besprochen. Ulrich Bassenge konstatiert, dass das Pophörspiel als Gattung heute nicht mehr von Bedeutung sei und einer vergangenen Epoche…

  • Über den «Röschtigraben»

    Das Hörspiel «Eine Schweizer Hochzeit – un mariage Suisse» von Amélie Plume und Charles Lombard wurde 1997 mit dem Preis der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet. Es kommt zum Schluss, dass die 1914 von Carl Spitteler beschworene nationale Identität trotz sprachlicher Disparität kein politisches Problem mehr ist. Heute beschäftigt uns vielmehr der Verhältnis der Schweiz zur…

  • «Bilderbuechstettli am See»

    1971 bearbeitete Gerold Späth ein ungedrucktes Kapitel seines Roman-Erstlings „Unschlecht“ als Hörspiel, das er 1978 in Mundart übertrug. „Heisse Sunntig“ ist ein idyllisches Panorama von Zeitgenossen von Rapperswil, dem „Bilderbuechstettli“ am Zürichsee. 1986 entstand das Hörspiel „Mein Besuch im Städtchen am See“, eine böse Satire zum selben Thema. Beiden Hörspielen liegt als Urform des Panoramaspiels…

  • «Oberstrass, c’est la Suisse!»

    Arthur Weltis Hörspiel „Napoleon von Oberstrass“ (1938) ist eine historische Parabel, die sich auf damals ungewöhnlich differenzierte Art mit dem Thema „Geistige Landesverteidigung“ auseinandersetzt. Die eher fragwürdigen politischen Vorgänge in der kleinen Gemeinde Oberstrass um 1838 stehen symbolisch für die schweizerische Demokratie, deren Funktionieren auf allen Stufen demonstriert wird.

  • «Hochverkehrtes Tublikum»

    Walter Benjamin schrieb 1932 ein Hörspiel-Kasperlestück für den SWR und führte selbst Regie. 1974 wurde Jörg Schneiders Hörspiel „König Meier de Tuusigscht“ gesendet. Kasperle stirbt am Schluss als „lustige Person“, und mit ihm stirbt das Kasperletheater im Hörspiel-Programm.

  • «Der Sender ist verrückt geworden!»

    64’40“ von Claude Salmony (2016) ist ein Hörspiel über das Hörspiel als Produkt des Mediums Radio. Sein Inhalt besteht im Scheitern der Produktion eines Hörspiels im Hörspiel.