99 Jahre Hörspiel in der Schweiz
Mit Hundert feiert man Jubiläum. Mich interessieren mehr die 99 Jahre bis dahin. Vor ein paar Jahren stellte mir ein deutscher Hörspielforscher die Frage, wie das Hörspiel in der deutschen Schweiz entstanden sei – und ob es Parallelen zur deutschen Entwicklung gegeben habe. Ich hatte mich schon einmal intensiv mit dem Thema beschäftigt, so sehr, dass ich danach ein Time-Out von zwanzig Jahren brauchte. Aber nun liess ich mich gerne auf die gestellte Doppel-Frage ein und kam zu einigen neuen Entdeckungen. Und vor allem bemerkte ich, dass das Hörspiel nach wie vor quicklebendig ist – ganz im Gegensatz zu meinen Erwartungen Mitte der neunziger Jahre.
In den einzelnen Blog-Artikeln lasse ich mich intuitiv von meinen persönlichen Interessen leiten. Nebst diesem eklektischen Vorgehen verfolge ich allerdings auch eine bestimmte Absicht: Ich möchte nach Fernbezügen zwischen früheren und heutigen Produktionen suchen: threads einer besonderen Art, die nicht dem üblichen Vorgehen des Historikers entsprechen. Günter Eich sprach im Zusammenhang seiner Lyrik von «trigonometrischen Punkten», die dazu dienen, ein weites Feld von Unbekanntem zu vermessen. Das liesse sich auch auf die unerhörte Flut von Hörspielen übertragen, die in 99 Jahren entstanden sind. Viele sind noch greifbar, im Internet sogar in akustischer Form.
Blogging steht im Gegensatz zur epischen Länge wissenschaftlicher Abhandlungen. Viele Artikel sind deshalb bewusst knapp gehalten. In anderen versuche ich einen weiten Bogen von den Anfängen bis zur Gegenwart zu schlagen oder ein wichtiges Thema zu vertiefen. Solche Beiträge sind in mehrere Kapitel unterteilt, um die Orientierung zu gewährleisten und den Quereinstieg zu ermöglichen. Auch in kürzeren Artikeln soll aber Präzision nicht auf der Strecke bleiben. Die primären Grundlagen habe ich in jahrelanger Arbeit selbst recherchiert. Auswahl und Bewertung stammen von mir persönlich, Beiträge von Dritten in den längeren Analysen werden als solche deklariert. Kein Teil meines Textes ist mit Hilfe sogenannter künstlicher «Intelligenz» entstanden. Um die Authentizität und Nachprüfbarkeit meiner Ausführungen zu untermauern, ging ich in längeren Artikeln dazu über, Quellen in der Art wissenschaftlicher Arbeiten minutiös nachzuweisen. Endnoten passen eigentlich nicht zu einem Weblog, aber durch Positionierung am Textende und direkte Verlinkung stören sie nicht und können problemlos überlesen werden.
Hinter meinen Blogs steht sorgfältige Recherche und vertiefte Erfahrung mit dem Thema. Wegweiser zu den Hintergründen werden integriert in Form von Links, meistens direkt zu den betreffenden anderen Blog-Artikeln. Zu jeder Autorin und jedem Autor, dessen Hörspiel ausführlich besprochen wird, findet sich ein Eintrag im alphabetisch nach Namen geordneten Register «AutorInnen und Titel». Von dort aus gelangt man direkt zu den betreffenden Abschnitten in den einzelnen Blog-Beiträgen. Den Überblick über alle Beiträge vermittelt das chronologische Inhaltsverzeichnis. Wer mehr Hintergrundinformationen und Materialien, zum Beispiel in Form von Hörspiel- und Feature-Verzeichnissen, möchte, findet dies in meiner Dissertation «Das Deutschschweizer Hörspiel» (1995) oder auf meiner Homepage
